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Wumpus-Kompendium. Sammeln

 

 

3. Bereich Sammeln

Vor dem Öffnen von Geräten lesen Sie unbedingt diese Sicherheitshinweise.

Die Tipps sind nicht thematisch geordnet, sondern zeitlich nach Erstellungsdatum.
Orientieren Sie sich bitte an Hand des Inhaltsverzeichnisses.

 

Zum Thema Sammeln gibt es auch oben in der Menü-Leiste dieses Internet-Auftritts einen eigenen Themen-Punkt!

1) Welche Informationen brauche ich über mein Radio-Gerät und wo müssen sie gelagert werden?

Vielen Sammlern genügt es, Radios zu sammeln, zu restaurieren und dann ins Regal zu stellen. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, was mit Ihren Radios geschieht, wenn Sie einmal in der Zukunft die Sammlung nicht mehr betreuen können? Spüren Sie die Veantwortung, die Sie für die Ihnen anvertrauten Radios haben? Wird der zukünftige Besitzer (und vielleicht Sie auch) nicht erfreut sein, folgende Informationen über Ihr Radio zu haben: Schaltbild, Bedienungsanleitung, Werbung der damaligen Zeit, Prospekt, Baujahr, Verkaufspreis, Restaurationshinweise, Sammlerwert im Jahr xxxx.

 

Gehen Sie davon aus, das zukünftig diese Informationen immer schwerer zu beschaffen sein werden. Es ist wenig sinnvoll, sich irgendwo die Daten aufzuschreiben und abzulegen. Diese Informationen werden irgendwann vom Gerät getrennt. Die oben gelisteten Unterlagen gehören in das Gerät!!! Nur so besteht zumindest die Chance, daß sie nicht verloren gehen. Kleben Sie zumindestes ein kleines Kärtchen mit den wichtigsten Daten (nicht mit Drucker hergestellt, nicht mit Tinte oder Filzschreiber beschriftet) beschriftet mit Bleistift in das Radio.

 

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2) Altes Radio gekauft? Prüfen Sie die Röhren.
Bevor Sie ein gekauftes Radio in Betrieb nehmen, prüfen Sie ob alle Röhren eingebaut sind. Prüfen Sie, ob diese Röhren in der richtigen Fassung stecken. Wenn möglich, die Röhren mit einem Röhrenprüfgerät prüfen. Dabei auch eine leichte Klopfprobe nicht vergessen. Einige Glasröhren (ohne Schirmung oder sonstiger Farbbeschichtung) können VORSICHTIG mit milder Waschmittellauge von eingebrannten Fett- oder Schmutz befreit werden. Aber bitte im Bereich der Beschriftung die Reinigung am besten auslassen oder eine Wischprobe am Rand der Schrift machen.

 

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3) Ersatzteil-Beschaffung für Radio-Oldtimer
Heben Sie alle Teile, auch die Sie im Augenblick nicht brauchen, auf. Achten Sie auf Flohmärkten, Sammlerbörsen und Internet-Auktionen auf ALLE Angebote. Denken Sie voraus.

Vorsicht beim Erwerb von Elko-Lagerware. Diese scheinbar brauchbaren Elkos haben oft ihre Kapazität verloren. Prüfen Sie am besten beim Kauf mit einem mitgebrachten Ohm-Meter, ob ein kurzer Auflade-Ausschlag zu beobachten ist.

 

Röhren-Kauf auf Flohmärkten ist Vertrauenssache und ein Risiko. Im Zweifelsfall nicht kaufen. Bei sehr alten Röhren immer den Heizfaden mit einem mitgebrachten Ohm-Meter prüfen. Oder Sie bauen sich das Portable-Prüfgerät für ECLL800 nach, Vergessen Sie nicht Ihre Röhren-Daten-Tabelle.

 

Sie haben eine Sammlung von fünf Volksempfängern, die alle einwandfrei funktionieren. Sie sehen auf einem Flohmarkt einen Lautsprecher für einen VE301 dyn. KAUFEN und auf Lager legen.

 

Sie müssen auch improvisieren können. So kann eine Siebdrossel notfalls gegen einen Widerstand getauscht werden. Eine fehlende Gleichrichterröhre gegen einen Selen- oder zur Not gegen einen Silizium-Gleichrichter getauscht werden, usw.

 

Leuchtstarke Magische Augen, insbesondere der Vorkriegs-Modelle, zu beschaffen wird immer schwieriger (und teurer).

 

Gehen Sie vorsichtig mit den Bauteilen Ihrer Radios um. Insbesondere bei Reparaturen VORSICHT beim Ab- und Anschrauben von Knöpfen. Misstrauen Sie sich ständig selbst. Kurze Unachtsamkeit zerstört schnell Skalenscheiben, Lautsprecher, Tastensätze, dünne Litzen an Spulen etc.

 

Kommen Sie mit der Beschaffung von Teilen nicht weiter, versuchen Sie ein zweites Gerät zu erwerben: ein gutes Ersatzteil-Lager.

 

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4) Ist jedes alte Radio ein Volksempfänger?
Nein. Nur im Volksmund wird für junge Menschen ein altes Radio (Holz- oder Bakelitradio) als Volksempfänger bezeichnet. Dem wird begrifflich auch der DKE (Deutscher Kleinempfänger) alias "Goebbelsschnauze" zugeschrieben.

 

Wie es sich wirklich mit diesen Volksempfängern und "Goebbelsschnauzen" verhält, kann hier im Detail nachgelesen werden.

 

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5) Bestandsaufnahme beim Erhalt eines alten Radios
Beim Kauf oder sonstigen Erhalt eines alten Radios sollten Sie eine Bestandsaufnahme machen. prüfen Sie unbedingt:

  • Haben Sie die Daten des Radios (Baujahr, damaliger Preis, heutiger Sammlerwert, technische Daten)?
  • Sind alle Röhren vorhanden?
  • Stecken alle Röhren in den richtigen Fassungen?
  • Sind die richtigen Röhren vorhanden?
  • Ist die Abstimmanzeigeröhre funktionsfähig?
  • Sind alle Sicherungen vorhanden?
  • Haben die Sicherungen den richtigen Wert (auch F,M,T beachten) ?
  • Steht der Spannungswähler auf dem richtigen Wert?
  • Sind alle Drähte angeschlossen?
  • Sind Bauteile offensichtlichtlich defekt?
  • Gibt es Hinweise auf Reparaturen?
  • Gibt es Hinweise auf unsachgemässe Fremdeingriffe? Hinweise auf solche Eingriffe sind oft frische Lötstellen, die sich von den anderen Lötstellen unterscheiden. Hier ist Misstrauen angebracht. Prüfen Sie mit Hilfe des Schaltbildes die Korrektheit des betroffenen Schaltungsbereiches.
  • Erfordert der äussere Zustand eine Sanierung oder Restaurierung?
  • Sind die Netzteilelkos ok? Kapazität, Formierung, Ausgelaufenes Elektrolyt.
  • Skalenseilantrieb ok?
  • Skalenscheibe ok?
  • Alle Knöpfe drehbar?
  • Alle Tasten drückbar?
  • Stromzuleitung ordnungsgemäss?
  • Ist das Radio ein reines Gleichstromgerät? Das darf niemals an ein Wechselstromnetz angeschlossen werden. Beispiel: Volksempfänger VE301G . Generell gilt, finden Sie im Modellnamen ein "G" als Anhang, ist zu prüfen, ob es ein Gleichstromgerät ist!

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6) Welche Firmen sind sammelswert? Sind Spezialgebiete sinnvoll? Geräte für Einsteiger.

Radios als Wertanlage? Dann schränkt sich der Bereich der Firmen schon ein. Heute führt Braun und Saba in dieser Hinsicht den Sammlermarkt an. Das bezieht sich sich aber hauptsächlich auf die Nachkriegsproduktion. Bei Radios und Detektorempfänger der Vorkriegszeit gilt: Je älter, je wertvoller. Natürlich rufen Geräte-Serien wie der "D-Zug" hohe Preise auf, aber für den Bereich der Durchschnittsware ist eine wirkliche Wertanlage nicht zu erkennen. Im Gegenteil, viele Sammlungsauflösungen und Internetauktionen drücken die Preise

 

Radios als Beleg für technische Entwicklung. Hier gibt es die Chance für Sammler mit kleinerem Geldbeutel. Viele innovative Geräte sind preisgünstig zu bekommen. Auch der Massenhersteller Grundig kann da so einiges bieten. Ich führe immer Körting als Beispiel für technische Leckerbissen an, wie. z.B. den Royal Syntektor. Allerdings setzt sich diese Erkenntnis langsam bei den Sammlern durch. Folge die Preise für die Körting-Modelle steigen. Aber im Bereich Technik muß natürlich auch SABA mit seinen Motorlauf-Geräten genannt werden. Weiter sind generell auch die Motor- und Tasten-Sendersteuerungen der Vorkriegszeit technisch interessant. Weitere Details hierzu. Andere sammeln Spezialgebiete, Beispiele: Radios mit HF-Vorstufe , Radios mit Ultra-Gegentakt-Endstufen , Radios mit eisenlosen Endstufen , Radios mit Synchron-Detektor , usw.

 

Im Design-Bereich führt Braun (späte 50' iger Jahre, Anfang 60' ger Jahre) und Wega die Tabelle an. Wega ist hier eine gelungene Kombination aus eigenständigem Design (späte 50' iger Jahre , Anfang 60' iger Jahre) und relativ geringen Stückzahlen. Mehr Informationen zu Design-Geräten.

 

Auch Durchschnittsware hat ihren Reiz. Gut restauriert macht sie durchaus was her und belastet den Geldbeutel nicht so sehr.

 

Geräte für Einsteiger. Wer mit dem Radio-Sammeln anfangen will sollte bedenken, daß Geräte der frühen 20'ger Jahre und der 30'iger Jahre sicher sammlerwertmäßig oft höherwertiger sind, aber bei Reparaturen die Bauteile ungleich schwerer zu beschaffen sind und auch hohe Preise aufgerufen werden. Ein Radio der 50'iger Jahre und 60'iger Jahre hat zumeist auch mehr technische Möglichkeiten als ein Vorkriegsmodell. Deshalb der Rat mit Geräten von ca. 1950 - 1965 anzufangen. Frühe Transistorgeräte (ca.1956 - 1962) haben oft jetzt schwerer zu beschaffende Transistoren im Reparaturfall.

 

Mit welchen Einstiegsgerät kann man nicht viel falsch machen? Hier EINIGE Beispiele. Fragt man fünf Sammler, wird man auch fünf verschiedene Auflistungen bekommen. Deuten Sie also die Liste lediglich als Anregung.

  • Philips Philetta-Serie
  • Saba-Modelle ohne Motorsuchlauf
  • Die meisten Grundig-Mittelklassen-Radios von ca. 1952-1962. Z.B. Grundig 1099 oder 1042
  • Nordmende Transistor-Radios (Mambo, Clipper, usw. Allerdings u.U. Transistorbeschaffungs-Probleme)
  • Grundig-Kofferradios (aber nicht Solo-Boy, Micro-Boy, Mini-Boy)
  • VEB Sternradio Sonneberg Ilmenau W 210
  • Nordmende Fidelio
  • Telefunken Concertino 6
  • Loewe Opta Meteor 2781 W
  • Graetz Groß-Super 174 W

Spezialgeräte. Wer keinen Platz für eine große quantitative Sammlung hat, kann gut gleich Spezialgeräte ins Auge fassen. Miniatur-Radios, Radios eingebauter Uhr, Batterie-Tischradios, Radios mit mehreren Kurzwellenbereichen, Bakelit-Radios als einige Möglichkeiten.

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7) Klangregel-Manie?
Klangblenden, Klang-Tasten, Raumklang, Stereo, Hifi.

Schon bald nach Einführung des Rundfunks bot die Industrie Geräte an, die den Klang der Übertragung beinflussen konnten. Obwohl der Frequenzgang bei ca. 50 bis 4500 Hz lag, brachte eine Höhenabsenkung bei schlechtem Empfang oder bei Abspielen einer Schallplatte gewisse Verbesserung. Erst mit Einführung des UKW-Rundfunks "mussten" Klangblenden und Klangregister mehr Einstellmöglichkeiten bieten, da der NF-Frequenzbereich sich auf bis zu 15 KHz erweiterte. Auch durch die Propagierung von HiFi und Stereo (erst NF, dann auch HF) und Raumklangfähigkeiten und Mehrlautsprecherradios und Truhen (auch mit Zusatzlautsprecherboxen) ergab sich dafür eine Notwendigkeit.

 

Die Geräte bekamen simple Höhenblenden (oft auch mit dem Bandbreitenregler kombiniert), Bass- und Höhenabsenkungen über zwei Regler (Einsteller). Gefolgt von Klangregistern, die festverdrahtete Durchlasskurven erzeugten, die zumeist von zusätzlichen Reglern ergänzt wurden. Typische Bezeichnungen bei Radio-Tischmodellen (noch in der damals üblichen Beschriftungssprache deutsch!) für solche Klangtasten waren:

Echte Klangtasten
Sonstige klangbeinflussende Tasten
  • Barmusik
  • Bass
  • Dezent
  • Diskant
  • HiFi
    Höhen
  • Hörspiel
  • Intim
  • Jazz
  • Kammermusik
  • Konzert
  • Musik
  • Orchester
  • Orgel
  • Sinfonie
  • Solo
  • Sonor
  • Sprache
  • Tanz
  • Tiefen
  • Bandbreite
  • Dynamik
  • Expander
  • Fernempfang
  • Klangmixer
  • Raumklang, 3-D
  • Richtklang
  • Stereo
  • Wunschklang
  • Zusatzlautsprecherauswahl

Um sich von der Konkurenz absetzen zu können, wurden insbesondere Ende der Fünfziger Jahre, Anfang der Sechziger Jahre erhebliche "Mäuseklaviere", oft auch in Sonder-Tastensätzen eingebaut. Viel half viel. Es ergab sich auch keine Normierung der Bezeichnungen (Klangblende, Höhen, Tiefen als gewissen Ausnahme). Jeder Hersteller schuf eigene Wort-Kreationen. Puristen meinen - vielleicht nicht ganz zu Unrecht - , daß eine gut kontruierte voneinander unabhängige Höhen- und Tiefen-Regelung und vielleicht ein Rumpel- und Kratzel-Filter bei Phono für ein Radio völlig ausreicht, alles andere wäre Werbe-Gefummle.

 

Es waren in der Regel Abschwäch-Tasten den den Frequenzgang oben oder / und unten oder in der Mitte absenkten. Bessere Geräte boten sogar Frequenzgang-Anhebungen, so z.B. Geräte mit getrenntem Zusatzverstärker für die Höhen.

 

Ein gutes Beispiel für eine Klangregelung ist Grundig mit einem Equalizer (obwohl es den Begriff damals in Deutschland so noch nicht gab. Eingebaut z.B. im Grundig 4019. Ein vierstufiges Klangregelregister auch mit ansprechender optischer Darstellung.

 

Interessant ein menschlicher Aspekt: Die meisten Radios, die ich bei Reparaturen auf den Tisch bekam oder im Aussendienst reparierte und deren Besitzer ältere Menschen waren, fand ich mit rausgedrehten Höhen und Tiefen vor oder bei Klangtasten mit möglichst dumpfen Klang. Verstellte ich solche Geräte in Position "möglichst viel Höhen und Tiefen" wurde das fast immer vom Besitzer reklamiert.

 

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8) Gerätetransport. Oder wie verschicke ich ein altes Radio richtig?
Zum Sammeln von Radios gehört u.U. auch der Postversand. Ein eigenes Radio wird verkauft oder getauscht und schon sollte man bedenken: Ein typisches altes Radio kann schnell mit Verpackung 25 Kilo Gewicht erreichen oder sogar überschreiten. Dabei sind bestimmte Höchstgewichte und Höchstmaße zu beachten. Auf dem Versandweg kann es vorkommen, das der Karton schon den einen oder anderen Stoss abbekommt.

Beim Versenden eines Radio ist zu beachten:

  • Stabiler Versandkarten, doppellagige Wellpappe als Umkarton.
  • Innerer Karton für das Radio selbst.
  • Zwischen dem äusseren und inneren Karton sollte ein Freiraum für loses Dämmmaterial an allen Seiten von zumindest 3 cm bleiben.
  • Prüfen, ob alle Schrauben, die das Chassis am Gehäuse halten, fest angezogen sind.
  • Wenn es geht, sollten die Lautsprecher (Hochtonlautsprecher nicht) ausgebaut und extra verpackt werden. Bei Stössen neigen diese Lautsprecher dazu, sich aus ihrer Verankerung zu lösen und im Radiogehäuse umherzufliegen. Lötanschlüsse merken, am besten Zettel beilegen.
  • Kann ein Lautsprecher nicht ausgebaut werden, muss er im Gehäuse verkeilt werden. Ein leichter Stemmdruck mit einem unverrutschbaren Stemmholz gegen die Rückand reicht schon. In das Gehäuse gestopftes weiches Dämmaterial ist nur bedingt geeignet, das es das Skalenseil und Drehkodensatoren und Ferritantennen usw. schädigen kann.
  • Die Röhren herausziehen und getrennt gedämmt verpacken. Die Lage der Röhren auf einem beizulegenden Zettel vermerken
  • Die Rückwand gut festschrauben und zumindest mit einer um das ganze Gehäuse umlaufenden Transportschnur fixieren. Dabei an den Gehäuseecken auf Unterlegholzplättchen achten, damit die Schnur sich nicht in die Gehäusekanten drücken kann.
  • Das Radio selbst muss in wasserdichte Folie gewickelt werden. Auf dem Versand kann ein Paket nicht nass werden? DOCH, ES KANN !
  • Vor der Skalenscheibe eine zusätzliche stabile Zweilagen-Wellpappe so anbringen, dass sie nirgendwo die Scheibe berühren kann, aber Abstand erzwingen kann. Trotz dieser Maßnahme bleibt die Skalenscheibe ein Problem.
  • Radio in den inneren Karton packen, gut mit dem richtigen Transportklebeband verschliessen. Keine Schnüre zusätzlich. Absender und Adresse auf Karton Karton schreiben. Dämmaterial locker herum stauen.
  • Radio im inneren Karton in Umkarton packen. Gut verschliessen und mit Transportband verkleben. Keine zusätzlichen Paketschnüre. Paketaufkleber anbringen.
  • Nochmals mit einer Personenwage das Gewicht prüfen.
  • Bei der Annahmestelle prüfen, wie hoch das Paket versichert oder versicherbar ist.
  • Kontakt mit dem Empfänger aufnehmen und ihn anweisen, das Paket nicht anzunehmen, wenn der Umkarton erkennbare Beschädigungen hat.

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9) Bakelit-Radios, Catalin-Radios, Preßstoff (Presstoff, Pressstoff)
Radios aus dem Werkstoff Bakelit stellen ein besonderes Sammelgebiet dar. Bakelit wurde 1905 vom belgischen Erfinder Baekeland entwickelt und basiert auf Phenolharz. Es war der erste wirkliche Kunststoff. Die Produktion begann 1909 von Baekeland und Rütgers in Erkner bei Berlin in der Bakelite GmbH. Beide Namen sind gebräuchlich: Bakelit und Bakelite, oft findet man aber auch falsch "Bakalit"! Der Kunststoff wird manchmal auch oft mit Preßstoff oder Press-Stoff oder Presstoff bezeichnet. Details weiter unten. Hauptsächlich wurde Bakelit schwarz angeboten, es gab aber auch rötliche bis rotbraune Farbtöne. Auch sogenannte Marmorierungen wurden verwendet, dabei kamen Fremdstoffe bis hin zu Stofffasern in die Plastik-Mischung. Bakelit läßt Hochglanzoberflächen zu, insgesamt ist der Werkstoff sehr bruchempfindlich. In Deutschland wurde Bakelit nicht zuletzt durch die Volksempfänger und "Deutsche Kleinempfänger" (DKE) bekannt. Bakelit-Oberflächen müssen besonders gereinigt und gepflegt werden. Beispiel für ein Bakelit-Radio: Die Philips Philetta.

 

Weitere Informationen zur Bakelitbearbeitung und Bakelitpflege, Bakelitpolitur, Bakelitreinigung.

 

Catalin ist ebenfalls ein auf Phenol basierender Kunstoff, der dem Bakelit ähnlich ist, aber doch anders produziert wird. Catalin ist in der Farbgestaltung flexibler als Bakelit. Catalin ist aber eher in den USA als in Deutschland genutzt worden.

 

Preßstoff, Presstoff, Pressstoff, Press-Stoff) ist ein Material, was auch gern für die Herstellung von Gehäusen verwendet wurde. Hier ist die genaue Begriffsbestimmung nicht ganz einheitlich: Preßstoff wird aus Kunstharz vermengt mit Zusatzstoffen, wie Fasern, Holzmehl, Zellstoff usw hergestellt und dann verpresst. Es gibt aber auch Quellen, die diese Zusatzstoffe vermengt mit Bakelit oder Catalin nennen. So gesehen, kann also auch ein marmoriertes Volksempfängergehäuse nicht nur als Bakelit, sondern auch als Preßstoff bezeichnet werden.

 

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10) Müssen alte Radios betriebsfähig sein?  
Jein ! Sie entscheiden das. Sind Sie der Meinung, Betriebsfähigkeit ist ein MUSS, dann ist das auch so. Reicht Ihnen der Besitz eines schönen Oldtimers und wollen damit nicht Radio hören oder Platten abspielen oder ein Tonbandgerät anschließen, ist das völlig ok so. Wichtiger ist es, ob das Radio äußerlich in einem guten optischen Zustand ist. Ein unansehnliches Radio ist unbehandelt niemals ein gutes Sammelobjekt und wird beim Vorzeigen keinen guten Eindruck hinterlassen können.

 

Es ist sowieso so, daß der Tag kommen wird, wo zumindest auf den AM-Bereichen kaum noch Sender Rundfunkprogramme abstrahlen werden. Auf MW und LW geht die Senderzahl - insbesondere in Deutschland und Europa - deutlich zurück. Weitere Einschätzungen dazu hier.

 

Auf UKW sollte (Stand 2010) schon längst der digitale DAB (oder DAB+) den FM-UKW-Rundfunk ersetzt haben. Nun hier haben wir aus Sammlersicht Glück: DAB und DAB+ sind eigentlich (nicht technisch) in Deutschland gescheitert.

 

Hauptsache, Sie halten ein interessantes technisches Kulturgut aus dem vorigen Jahrhundert am Leben. Ob betriebsbereit oder "nur" als Schauobjekt ist im Grunde egal.

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11) Sammeln, egal was und wieviel?
Radiosammeln beginnt eigentlich immer harmlos und gleich: Irgendwann ist das erste Gerät da. Man hat Feuer gefangen. Bald kommt das nächste und übernächste Gerät hinzu. Diese ersten Stücke der beginnenden Sammlung werden mehr oder weniger willkürlich zusammengetragen. Jedenfalls kommt dann der Augenblick, wo die vorhandenen Aufstellkapazitäten erschöpft sind. Bei dem Einen kann das bei 10 Radios, beim Anderen bei 200 Radios soweit sein. Spätestens dann muß man sich entscheiden:

  • Keine Neuzugänge mehr
  • Mehr Lager- oder Aufstellkapazität schaffen
  • Geräte nunmehr strukturiert sammeln
  • Alle freien Flächen in Wohnung, Haus und Keller vollstellen
  • Sammlung von Quantität auf Qualität umstellen
  • Kleinere Geräte weitersammeln
  • Externe Lagerflächen anmieten oder ankaufen.
  • Sammlung auflösen
  • Spezialisierung bei Reduzierung
  • Umziehen in größere Wohnung oder Hausneukauf

Man hört es nicht gern, aber: Wer plötzlich feststellt, dass er 3000 Radios an vier verschiedenen Orten extern und daheim angehäuft hat und die einzelnen Geräte nur noch stapelt ohne Chance sie als eigenständig präsentieren zu können, ist ein Sammel-Messie (man kann auch ein sauberer und reinlicher Sammel-Messie sein). 3000 Geräte, das gibt es doch nicht! Doch, gibt es sehr wohl.

 

Um nicht mißverstanden zu werden. Ich will solche Sammler nicht als "krank" darstellen, aber so richtig "normal" ist das auch nicht mehr. Wer allerdings 1000 Quadratmeter externe Lagerfläche finanzieren kann (wer kann das schon) und nicht nur 8-10 Geräte einfach übereinanderstapelt, bis die 3000 Geräte (kaum noch erreichbar) ersammelt wurden, dem sei das wirklich gegönnt.

 

Der kritische und schwierige Umkipp-Punkt liegt bei der ersten Erreichnung des Zustands "Wohnung voll" und der / die Lebenspartner (falls vorhanden) beginnt Schwierigkeiten zu machen und von Trennung spricht. Will man ein zukünftiges einsames Leben oder die "Wohnungszumüllung" vermeiden, ist eigentlich der Umstieg von Masse zu weniger - aber ausgesuchten - Geräten unbedingt erforderlich. Dazu gehört die "schlimme" Erkenntnis, daß weniger mehr sein kann. Glauben Sie: Auch zwanzig gut ausgesuchte und seltene Radios machen was her und können den Sammler voll zufrieden stellen.

 

Können Sie einige hundert Geräte - nett präsentiert - in Ihrem privaten Umfeld qualfrei unterbringen: Herzlichen Glückwunsch. Haben Sie dagegen erhebliche Aufstellprobleme, dann denken Sie doch bitte mal über diesen Themenpunkt 11 nach, vielleicht ist ja doch was dran.

 

Prüfen Sie: Können Sie jedes Gerät Ihrer Sammlung nach Betreten des jeweiligen Raums ohne Umstapel-Aktivitäten innerhalb von einer Minute erreichen und ist das Gerät als eigenständig erkennbar und können Sie es ohne "Baumaßnahmen" sofort auf einen Tisch stellen?

 

Ja - dann ist alles völlig in Ordnung.

 

Nein - Dann sind Sie vielleicht doch ein reinlicher  Sammler-Messie?

 

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12) Nachbauten, Nachempfindungen, Fälschungen
Lange Jahre war die Fälschung von alten Radios eher nur ein Randthema. In den letzten Jahren allerdings (auch mit Aufkommen des Internets und seiner Online-Auktionen und weltumspannenden Angeboten, kommen nunmehr doch immer wieder Fälschungen von Radio- und Detektor-Oldtimern vor.

Begriffe:

  • Nachempfindungen. Keine Fälschungen. Beispiel: Hensi, Grundig (Heinzelmann), usw

  • Nachbauten mit ausdrücklicher Nennung des Nachbaus. Keine Fälschungen. Beispiel: Gute Detektor-Empfänger von Vorrath, usw. Gegen solche Angebote ist nichts einzuwenden, erkennt doch der Käufer den Sachverhalt sofort und kann so ein vielleicht original kaum noch erhältliches oder extrem teueres Original-Modell durch eine Kopie bei sich aufnehmen. Allerdings soll der Besitzer bei Weiterveräusserung diese Information weitergeben, sonst wird er zum Quasi-Fälscher.

  • Nachbauten ohne Nennung des Nachbaus. Fälschungen !

Fälschungen:
"Echte" Fälschungen werden von Leuten erzeugt, die unter Verschleierung oder Weglassen der Information über die Nichtoriginalität des Geräts den Eindruck erwecken, es handelt sich um ein Original des damaligen Herstellers. Sie wollen betrügen und mehr oder weniger wertvolle Kopie-Fälschungen zur persönlichen Bereicherung an den Mann bringen.

 

Dabei werden durchaus möglichst viele alte oder nachgebaute Bauteile verwendet. Es können auch aus mehren Altgeräten "Original-Geräte" zusammengebaut werden, dabei werden aber zumeist NICHT ALLE Teile aus Original-Geräten entneommen sein. Gerade Gehäuse, Bedienteile und Skalen werden gern nachgebaut. Man kann allerdings darüber streiten, ob ein Aufbau aus 100 % Originalteilen aus verschiedenen Gerätes eines Modells ein Fälschung darstellt. Puristen werden sagen: Allein durch die Verwendung neuen Lötzinns wird ein Nachbau aus Originalteilen zur Fälschung, wenn es nicht angegeben wird.

 

Fälschern gelingt oft nicht, eine 100 % - Kopie zu erstellen, kleine Abweichungen vom Original gibt es fast immer. Gerade frühe Radios aus den Jahren 1923 bis ca. 1930 sind von Fälschungen leider gut zu realieren, denn es gibt oft nur noch wenig Originale. Auch Photo-Suchen im WEB sind zumeist wenig erfolgversprechend, da diese Photos immer wieder zu wenig Details zeigen. Nicht Jeder hat in seiner Nähe die Möglichkeit, ein Museum mit Radiogeräte-Abteilung zu besuchen, um dann noch gerade dieses Gerät zu finden.

 

Deshalb sind auch gerade die Fälschungen von frühen Detektor-Empfängern zu finden, denn die können als Originale schon recht hohe Sammlerwerte aufweisen. Detektoren lassen sich relativ leicht - fast echt - nachbauen.

 

Gibt es Anhaltspunkte für ein Fälschung? Ja, bedingt:

  • Relativ geringer Preis, der vielleicht nur bei ca. 50 % des aktuellen Sammlerpreises liegt
  • Bei Internet-Auktionen relativ wenige Mitbieter (die anderen haben die Fälschung erkannt).
  • Anbieter aus bestimmten Ländern. Ich bitte das nicht falsch zu verstehen, es ist ein heikles Thema. Natürlich ist nicht jeder Bieter aus den Land XXX ein potentieller Fälscher. Aber - wie soll ich es anders sagen - es gibt eben leider doch eine gewisse Erfahrung in Sammlerkreisen. Deutlicher will und kann ich nicht werden.
  • Ein deutlich guter und frischer Zustand des angebotenen Geräts. Unübersehbar gute Lackierungen eines Holzgehäuses stimmt mich zumindest mißtrauisch
  • Wiederholte Angebote des selben Anbieters mit genau dem schon mal angebotenen Gerät. Gerade bei seltenen Geräten.
  • Optische Unterschiede. Problematisch - weil auch Original-Firmen damals Geräte während der Baujahre schon mal geändert haben.
  • Schlechte Photos bei Angeboten, vielleicht doch ein wenig zu viel unscharf. Obwohl auch seriöse Anbieter machen manchmal schlechte Photos.
  • Angebote im Internet: Hier ist es generell schwieriger, aus der Ferne - nur an Hand von Photos - Fälschungen erkennen zu können. Hier sind Antiquitäten-Läden, Flohmärkte, Sammlertreffen, usw insofern besser, weil man zumindest die Geräte genau sehen, riechen, anfassen kann. Oft riecht man dann schon den Braten...
  • Vor dem Kauf vielleicht mal in einem Forum Andere fragen, was sie von einem Angebot halten.
  • Angebots-Formulierungen, wie "Es handelt sich wohl um ein Telefunken Telefunkon A" oder "das Radio ist von meinem Opa, der sagte es ist ein Telefunken Telefunkon A", usw. Auch hier wieder der Hinweis: Auch seriöse Anbieter schaffen solche Formulierungen....

Einzeln betrachtet, ist die Beachtung obiger Anhaltspunkte-Liste noch recht unsicher, aber in der gesamten Beachtung der Punkte kann sie doch Hinweise geben.

 

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13) Lohnt sich Radio-Sammeln noch, wenn es keine LW-MW-KW-Sender in Deutschland mehr gibt?

 

Eine schwierige Frage, garnicht so einfach zu beantworten, denn das müssen Sie entscheiden.

Derzeit (Feb. 2014) sieht es so aus, als wenn Ende 2014 (2015?) in Deutschland keine deutschen Rundfunksender auf LW-MW-KW * geben  wird.

 

* = Es kann sein, daß noch einige deutsche KW-Sendestellen einige Zeit für das Ausland senden. Es gibt auch den Sender "Radio 700" der ein deutsches KW-Programm abstrahlt.

 

Damit werden zumindest Radios, die zwischen 1923 und ca. 1950 gebaut wurden, keine oder nur noch wenige ausländische Rundfunkstationen empfangen können.

 

Aber auch die Zeiten der AM-Rundfunksender im Ausland ist eher begrenzt. Eine ähnliche Entwicklung, wie bei bei der analogen Photographie (Es gibt immer weniger Filme für SW und Farbe).

 

Natürlich wird es auf KW noch einige Jahre Rundfunksender aus dem Ausland geben, vielleicht auch hauptsächlich aus Ausser-Europa, aber die werden kaum noch in deutscher Sprache zu hören sein. Auf MW wird es tagsüber fast keinen Empfang mehr geben.

 

Weltweiter KW-Empfang der "Deutschen Welle" ist schon weggefallen. Viele andere Kurzwellendienste ebenfalls.

 

Jetzt kommt eben die Frage der Fragen: Was soll ich Radios sammeln, mit denen ich nicht mehr hören kann?

 

These 1: Es lohnt sich nicht mehr, ein Radio, das nichts empfangen kann, zu sammeln.

 

These 2: Es lohnt sich allemal, weil ein historisches Radio ein Stück Kulturgeschichte ist und für sich selbt steht, auch wenn kein Empfang mehr möglich ist, also ein reines Schaustück wird. Außerdem kann man ja noch immer Musik von NF-Quellen (zumindest bei den meisten AM-Radios) anschließen.

 

Nun "müssen" Sie sich entscheiden: These 1 oder These 2?

 

Radios mit UKW-Bereich haben noch eine Gnadenfrist in Deutschland bis maximal? 2025, da die Einführung und Etablierung vom Digitalradio nicht richtig vorankommt.

 

Mehr Hintergrund-Informationen: Rettet unsere Radios

 

... mehr zum Thema "Warum Radios sammeln"

14) Sammeln von "Notradios" (Notempfängern)

notradio.jpgWas ist denn das? Ja, gab es tatsächlich. Damit waren keineswegs Notfunk-Radios gemeint, sondern vielmehr Radios, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg die vielen fehlenden oder defekten Radios ersteinmal schnell und billig mit dem vorhandenen Material ersetzen sollten.

 

Warum fehlten Radios? Nun, ein Teil der damaligen "Besatzungskräfte" zogen sofort nach Kriegsende jedes erreichbare Radio ein - auch mit offiziellen Aufrufen und Befehlen. Dabei wurden aber auch gern von den Soldaten Radios in den eigenen Besitz gebracht. Mir wurde glaubhaft eine Geschichte aus Wandlitz bei Berlin um 1945/46 berichtet, wo eine Gruppe sowjetischer Soldaten mit einem Pferdewagen voller gestapelter Radios durch die Straßen zogen. Eine Offiziersstreife, die vorbeikam, wurde sehr sehr böse und zwang die Soldaten, die Radios auf einem freien Grundstück auszuladen. Dort standen dann die Radios einige Wochen im Freien, niemand traute sich ran, bis dann Kinder nacheinander alle Radios in "gute Hände" verbrachten.

 

Warum erzähle ich das? Weil das auch ein kleiner Beleg dafür ist, warum nach 1945 die Radios knapp waren. Den Firmen, soweit  noch produktionsfähig, fehlte entweder Material oder es war ihnen verboten zu produzieren oder sollten Reparationsleistungen erbringen, usw.

 

Die Industrie war fast nur bis 1945 auf Kriegsproduktion fixiert. Dafür verwendete Bauteile waren nur zum Teil für Radioproduktion geeignet. Und: Materialknappheit war das große Wort.

 

rv12p200.jpgEin ehemaliger Kollege von mir berichtete, dass er als Heranwachsender am Güterbahnhofgelände im Umfeld des  Hamburger- und Lehrter Bahnhofs in Berlin Tage nach dem 8. Mai 1945 in einem Güterwagon knapp 10000 ungesockelte neue RV12P2000 "gefunden" hat und nachts mit seinem Kumpel trotz Sperrstunde per Fahrrad einen großen Teil dieser Röhren "gerettet" hat.

 

--> rechts: Wehrmachtsröhre RV12P2000 gesockelt.

 

Warum erzähle ich nun noch diese Geschichte? Weil sie direkt zu den Notradios führt: Besagter Kollege hatte in den nächsten Wochen und Monaten diese ungesockelten RV12P2000 an den Mann gebracht: Da gab es in Berlin großen Bedarf an Röhren, die man in Radios einbauen konnte oder sogar neue NOTRADIOS damit erzeugen konnte.

 

Notradios gab es rein handwerklich als Einzelstücke, als Kleinstserien (so 2-5 Stück), als Kleinserien (so 10-50 Stück), privat oder auch von kleinen Firmen aus Restbeständen zusammengebaut. Üblich waren Audion-Einkreiser mit oder ohne Rückkopplung für zumeist einen Wellenbereich. Fast immer Allstromgeräte. Die Gehäuse waren eigentlich immer sehr rudimentär gestaltet. Das Design war eher unwichtig.

 

Bald bauten auch Firmen Serien, die sogar zum Teil auf dem Schwarzmarkt oder unter der Hand verkauft oder getauscht wurden.

 

Typische Röhren waren die schon erwähnte RV12P2000, eine universal einsetzbare Militärröhre. Aber: Es wurde alles verbaut, was da war.

 

Erfreulicherweise haben sich aus diesen Jahren doch einige Notradios bis in unser Jahrhundert gerettet. Es gibt Sammler, die an diesen Radios gefallen finden. Notradios belegen: Not macht erfinderisch! Mit möglichst wenigen Bauteilen ein Radio bauen. Das ging mit der Amplitudenmodulation der damaligen Mittelwelle gut, heute wäre das mit DAB+ unmöglich.

 

notradio-2.jpgNotradios zu erkennen, ist nicht ganz einfach. Der Übergang vom Bastlerradio zum Großserienradio ist fließend. Man kann aber einen Blick dafür entwickeln. Die verwendeten Röhren, Bauteile, Schaltungen und vor Allem das Aussehen geben Hinweise, ob man ein Notradio vor sich hat.  Notradios waren oft klein, hatten auch nicht selten Not-Chassis. Die Skalenqualität reichte von handbeschriftet über Skalen anderer Radios bis hin zu Skalen-Serienfabrikationen. Bedienknopfe anderer Radios ebenfalls.

 

<-- links: Ein Notradio, gesehen bei der damaligen Ausstellung von Ralph Weber in Woltersdorf. Daten: 1947, LW, MW, KW, Wechselstrom, Nur 3 Röhren? Hersteller: Lorenz, Klein-Serie? Superhet Optisch sehr ähnlich dem Lorenz Super KLM 4647.

 

Es gab hin und wieder Chassis von Volkempfängern und DKEs, die in andere Gehäuse   eingebaut wurden und / oder auf Ersatzröhren umgebaut wurden.

 

Auch Firmen, wie Siemens oder AEG, usw haben durchaus Radios gebaut, so am Rande des Begriffs Notradio.

 

Im Grunde genommen waren Nachkriegs-DKEs  eigentlich auch Notempfänger.

 

Notradios sammeln ist ein Gebiet abseits vom Main Stream, aber durchaus interessant.

 

 

Im Wumpus-Online-Museum: Notradios

 

 

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