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Die Zukunft des Radios. Stand 2003 bis heute.

evoke1xt.jpgSiehe auch die Nachträge weiter unten. In diesen Jahren befindet sich die gesamte technische Rundfunk-und Fernseh-Landschaft in Deutschland, Europa und der restlichen Welt im Umbruch. Die seit 1921 eingeführte analoge Modulationstechnik (Amplitudenmodulation für die klassischen Bänder Langwelle, Mittelwelle und Kurzwelle, Frequenzmodulation für die Ultakurzwelle) wird über lang oder kurz auf digitale Übertragung umgestellt. Eingeführte Systeme sind DAB (Digital Audio Broadcast) (jetzt auch Digitalradio genannt) und DRM (Digital Radio Mondiale).

 

Im Fernsehbereich befindet sich Deutschland gerade mitten in der Umstellungsphase für sogenanntes Terrestrisches Überallfernsehen. In Berlin ist seit 2003 kein terrestrisches Analog-Fernsehen mehr möglich. Teile von NRW, Hamburg, usw folgten 2004. Details dazu siehe meine Funkhistorische Zeit-Tafel. Derzeitige Fernseher benötigen eine sogenannte Set-Top Box , um die digitalen Signale in analoge für den Fernseher umzuwandeln.

 

Im Rundfunkbereich ist seit Jahren die für UKW genutzte DAB-Digital-Technik (Digitalradio) im Einsatz (grösstenteils entlang der Autobahnlinien) und eingeführt. Da es nur wenig und teuere Geräte für DAB-Empfang gibt, geht dieses System noch fast völlig am Publikum vorbei.

Für die klassischen Rundfunk-AM-Bänder (LW, MW, KW) befindet sich die Sendetechnik in der Phase der Umstellung zu DRM. Um 2006 sollte DRM flächendeckend angeboten werden. Im Gegensatz zur Umstellung der Fernsehtechnik, wo sich ja das Publikum nur dann Set-Top-Boxen kaufen musste, wenn sie nicht über Kabel-Fernsehen oder Satellitenfernsehen verfügte, wird es beim Rundfunk mehr Probleme mit den betroffenen Menschen geben. 2004 gab es nur preislich unerträglich WENIGE Geräte zu erwerben.

Rechnen Sie mal mit (ich vereinfache grob): 80 Millionen Deutsche haben ca 150-200 Millionen Radios. Das glauben Sie nicht? Wieviel Radios (auch Kofferradios, Autoradios) haben Sie denn? Na nehmen Sie diesen Wert x 80 Millionen. Im Gegensatz zu den Fernsehgeräten können Sie die Radios wegwerfen, obwohl es hier Normwandler geben wird. Aber wollen Sie mit Ihrem Kofferradio und einem angeklebten Adapter rumrennen? Die gleichzeitige Aussendung von AM und DRM führt zu einer Reduzierung der Qualität beider Modulationsarten.

 

So, nach diesen vielleicht etwas depressiv machenden Zeilen für Radio-Sammler und Detektorbaur (die Detektor-Empfänger können natürlich überhaupt nichts mit DRM anfangen, Adapter wird es nicht geben) etwas zum Mut machen:

Es wird noch für vielleicht 10 - 15 Jahre auch in Deutschland noch einzelne AM-Rundfunksender auf den AM und FM Bändern geben. Ausserdem werden viele Länder, insbesondere ausserhalb der Europäischen Union noch viel länger analog-modulierte Rundfunksender betreiben, weil die dortige Bevölkerung noch mehr als bei uns, sich einfach den Total-Neukauf Ihrer Radios nicht leisten kann. Für die meisten Sammler und Bastler von Radios und Detektor-Empfängern ist ja der Fernempfang auch eine reizvolle Hobby-Variante. Trostreich?

 

Vielleicht auch eine Aufgabe für die Sammler-Gemeinschaft GFGF, sich schon mal Gedanken über den Betrieb eines eigenen Rundfunk-AM-Senders zu machen, um auch in Jahrzehnten für die Sammler-Radios noch Empfang bieten zu können.

Wie erkennen Sie einen DRM-Sender? Nun, nur ein starkes Rauschen ist auf dem Empfangskanal zu hören. Sie brauchen einige Beispiele? Versuchen Sie es mal hier (teilweise nur zeitweise in DRM).

 

Internet-Radios über LAN und WLAN bieten Zehntausende weltweite "Radiosender". Im Vergleich zu echten Radios komplizierte Bedienung, lange Startzeiten, Aussetzer, Sender-Vielfalt-Einfalt, nur kostenerzeugender Empfang - der auch nicht mehr anonym ist. Das gilt sinngemäß auch für Smartphones.

 

Es sieht aus Sicht von 2014 so aus, als wenn auch Digitalradio überholt ist. Junge Leute hören nur noch wenig in Größenordnungen klassisches Radio, egal ob analog oder digital. Immer mehr wird Radio nur noch in Form von Podcasts oder relevanter in Form von Radio- oder TV-Streams mittels Smartlphones (Handys) via Streams gehört. Dabei werden die Hörzeiten durch die "Quasi-Flatrates" begrenzt. Stundenlanges Hören über Tage hinweg ist so nicht möglich. Internetradio ist auch eine Alternative (in wlan-versorgten Bereichen) geworden, wobei die über 30000 "Radio-Sender" eine Vielfalt nur scheinbar bieten.

 

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Nachträge

morphy1-gross.jpgDer obige Text wurde 2003 verfaßt. Die folgenden Nachträge zeigen gewissermaßen die Historie des UKW-Rundfunks und Digital-Rundfunks in Deutschland seit diesem Jahr auf. Es ist eine Geschichte des Misserfolgs geworden.

 

Stand 05/2004: 531 Khz Digital Burg, 729 KHz Deutschlandfunk Rügen, 855 KHz Deutschlandradio Berlin, 1296 KHz (BBC) Oxfordness, 1485 KHz My personal Radio Berlin) und SFW Kaiserslautern.


Stand 03/2005:  693 kHz Stimme Russlands, Zehlendorf bei Berlin (AM und DRM gleichzeitig).


Nachtrag 2005: Erste Nur-DVB-T-Empfänger tauchen auf.


Nachtrag Februar 2005: Mit einem Computerprogramm DREAM und einem Rückkopplungs-Einkreiser und einem PC mit Soundkarte kann DRM empfangen werden. Siehe Details auf meiner Jubiläums-Radiomann-Seite. Es gibt sogar Sender, wie z.B. die Stimme Russlands 693 kHz mit Sendestandort Zehlendorf bei Berlin, die AM und DRM gleichzeitig ausstrahlen, wobei sowie die AM-Qualität und die DRM-Qualitet reduziert ist!


Nachtrag 2006: Erste Misch-Empfänger für Analog und DBVT tauchen auf. Reine Portable-DVB-T-Empfänger mit Bildbetrachter für Digital-Photoapparate-Speicherkarten.


Nachtrag 07/2006: Es sind jetzt kleine zugelassene FM-Minatursender im Handel erhältlich, mit denen Audiosignale von Tonband, Plattenspieler, CD, DVD Mpeg-Playern usw auf 87 - 108 MHz "gesendet" werden können. Reichweite ca 5-10 Meter, 45 nW. Damit können nun auch im privaten Haushalt die Radio-Oldtimer (wenn sie über einen UKW-bereich verfügen) mit "echten" Sendern´versorgt werden.

Nachtrag Juli 2006: Ich glaube nicht mehr an eine schnelle praktische Einführung der Digitaltechnik im Bereich DRM. Seit Jahren kündigen die Produzenten digi-fähige Modelle an. Bis auf wenige Ausnahmen kommt nichts. Fertige Empfänger können an einer Hand abgezählt werden. Einige USB-Stick-Decoder für den Computer sind im Angebot (in Verbindung mit Computer-Software) und einige Baugruppen, die in die ZF von Radios eingearbeitet werden können. Wer schon Versuche mit DRM gemacht hat, erkennt die Schwierigkeiten bei der Dekodierung und Stabilität des Empfangs. Signal-Rauschverhältnisse schlechter 12- 15 dB sind anscheinend noch ein technisches Problem. DAB dümpelt als Nischenprodukt vor sich hin. Verschiedene angebotene Produkte können keinen stabilen Empfang realisieren. Zum anderen werden die Radios auch im kommenden Digi-Zeitalter nicht ihren Reiz verlieren. Für Tonband, Plattenspieler, Mpeg-Player, usw. wird es weiter Einsatzmöglichkeiten geben. Das gleiche "Problem" haben auch Sammler von Photoapparaten oder Schmalfilm-Kameras, wo es für bestimmte Apparate keine Filme mehr gibt und trotzdem weitergesammelt wird.

Es stellt sich heraus, das die vollmundigen Werbeaussagen für die DIGI-Modulation (DRM, DAB und DBVT) etwas zu vollmundig waren. Diese Radio- und Fernsehverfahren leiden zum Teil unter Stabilitätsproblemen bei geringen Feldstärken, die auch bei analogem Empfang grenzwertig sind. Ein Empfindlichkeitsvorsprung kann nicht ausgeschöpft werden.

DBVT ist eben kein Überallfernsehen, sondern insbesondere im Mobil- oder Portablebetrieb "Aussetzfernsehen". Verbraucher glauben beim Kauf von Setup-Boxen für DBVT mit simpelsten Antennenstäbchen, am besten noch mit völlig übersteuerungsgefährdeten Vorverstärkern, auskommen zu können. Wer schon einmal sein Telefon-Handy oder ein anderes Funkgerät in die Nähe einer solchen Antenne gebracht hat, weiss wovon ich rede. Bild- und Tonaussetzer, Kachelbildchen sind dann unvermeidbar.

Im Bereich der Telefon-Handys auf UMTS-Basis reicht es ebenfalls nicht zur sicheren portablen Fernsehübertragung . Deshalb werden gerade alternative Systeme eingeführt.

Nachtrag 2008: Das Aus für das DAB steht bevor. Die Finanzierung der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten wird runtergefahren. Wahrscheinlich wird spätestens 2012 Schluss sein. Private Sender springen ab. Z.B. gibt es 2008 in Berlin nur noch ARD-Sender und VOR. Aufgrund der wenigen Empfangsgeräte ist das eigentlich auch sinnvoll. Ein System wurde an die Wand gefahren. Die ca. 250000 Eigentümer eines DAB-Radios werden zur Randgruppe der Mediengesellschaft erklärt: "Sie können Ihr DAB-Radio einem Museum schenken, ist doch schön". Kommt einem merkwürdig vertraut vor: Siehe die Entwicklung des digitalen Satellitenradios vor einigen Jahren.


Nachtrag 2009: Ob DAB+ eine wirkliche Chance hat, wage ich nunmehr zu bezweifeln. Ich denke, DAB+ wird ebenfalls schnell wieder von der Entwicklung überholt werden. Die modernen Modulationsarten "töten" sich selbst.


x4-tech-gross.jpgNachtrag 2010: Die Abschaltung des FM-UKW-Rundfunks (analoger UKW-Rundfunk) ist im § 63 Abs. 5 TKG (Telekommunikationsgesetz) geregelt.

Text-Auszug: 5) Die Bundesnetzagentur soll Frequenzzuteilungen für analoge Rundfunkübertragungen auf der Grundlage der rundfunkrechtlichen Festlegungen der zuständigen Landesbehörde nach Maßgabe des Frequenznutzungsplanes für den Fernsehrundfunk bis spätestens 2010 und für den UKW-Hörfunk bis spätestens 2015 widerrufen. Die Hörfunkübertragungen über Lang-, Mittel- und Kurzwelle bleiben unberührt. Die Frequenzzuteilung erlischt nach einer im Widerruf festzusetzenden angemessenen Frist von mindestens einem Jahr.

Für das analoge Fernsehen hat die Netzagentur die Vorgaben bis 2010 eingehalten. Nun kommt der UKW-Rundfunk dran. Meiner Ansicht nach hat der Gesetzgeber nicht vorausgesehen, daß DAB floppt. So kann es passieren, wenn das Gesetz nicht ergänzt wird und die Industrie keine praktikablen DAB-Geräte anbietet und die Sender keine richtigen DAB-Sendeleistungen fahren dürfen und / oder kein Geld für die Umstellung bekommen, 2015 plötzlich der Rundfunk weg ist, auf AM (LW, MW, KW ist das in Deutschland schon fast soweit. Eben irgendwie aus Versehen: Rauschen !!! Digital kein Rauschen mehr, Analog nur noch Rauschen.

DAB scheint anders zu laufen als bei DVB-T: Dort hat es den Willen der Hersteller, der Sender, der Industrie gegeben. Allerdings wurden ca. 15 Millionen Fernseher von einem Tag zum anderen nur noch teil-funktionstüchtig (Bei den Leuten, die Fernsehen terrestrisch empfingen.  

 

Beim Wegfall des UKW-Rundfunks dagegen werden zumindest ca. 150-300 Millionen Radios in Deutschland teilfunktionsuntüchtig oder funktionsuntüchtig. Und vielleicht kommen ja dann noch die ca. 1 Million funktionsunfähigen DAB-Radios dazu, die können DAB + nicht empfangen oder DAB ++ oder was da noch kommen wird. Die Normen überholen sich ja derzeit selbst. Das Gesetz spricht von "soll" (ist aber als muss zu deuten), lediglich die Zeit nach dem Widerruf kann dann noch mehr als ein Jahr dauern, vielleicht 3 Jahre, 5 Jahre?

Um es ganz klar zu sagen: Nach dem Gesetz ist das Ende des UKW-FM-Rundfunks beschlossen und auf 2015 terminiert. Details

Es lebe das DAMPFRADIO !

 

Nachtrag Feb.2012: Der Bundestag hat wohl die Beendung der UKW-FM-Lizenzen für Ende 2015 aufgehoben, der Bundesrat auch. Gesetz ist noch nicht öffentlich. In wieweit die Rundfunkanstalten UKW-FM über 2015 hinaus weiterführen, bleibt (noch) abzuwarten. Zum Ende 2011 hat der SWR sein Mittelwellenprogramm eingestellt, die Deutsche Welle den deutsprachigen Kurzwellendienst.

 

Nachtrag Sept. 2012: Das Gesetz ist geändert worden und UKW FM kann bis 2025 weitergenutzt werden, wenn die Sendeanstalten das wollen. Allerdings seiht es für den klassischen AM-Rundfunk auf LW und MW nicht gut aus. Die deutschen KW-Rundfunksender sind schon verschwunden.

 

Kann es sein, daß auch DAB+ schon wieder unmodern ist und gegen die Smartphones und Tablet-PCs mit ihrem Internet-Radio und Internet-TV kaum (insbesondere bei jungen Leuten) eine Chance mehr hat?

 

Trotz des Neustarts von DAB als DAB+ gibt es wohl nach wie vor in den Geschäften kaum Nachfrage nach Digitalradios.

 

Nachtrag 2014: Zwischenzeitlich bietet die Industrie eine beachtliche Zahl von Geräten an. DAB wird auch über einen Bundes-Mux angeboten, um auch überregionale Programme hörbar zu machen.  Nach wie vor gibt es nur relativ wenige DAB-Radios in Nutzung. ca. 1 Millionen Geräte?

 

 

2003 / 28.09.2014

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