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Tipps & Tricks. Antennen, Antennen-Ankopplung, Erde

Letzte Bearbeitung: 10.04.2015

 

Detektorempfänger

Welche Antenne soll ich verwenden?


Wenn sie genug Platz haben, können Sie Drahtantennen mit 30-50 Meter verwenden (Wer hat schon Platz dafuer?). Aussenantennen mit ca. 10-30 Meter Draht bringen auch schon guten Empfang. Meine Bauvorschlaege sind fuer Antennen-Laengen von 10-30 Meter geeignet. Wenn es geht, verwenden Sie Drahtstaerken von 1-3 mm. Die Antenne sollte möglichst frei und hoch haengen. Bitte nicht in die Naehe von Stromleitungen legen. Vor Gewitter Antenne unbedingt vom Detektor trennen und ausserhalb des Hauses erden! Besonderes wichtig ist auch eine gute "Erde", die Wasserleitung ist gut geeignet. Verbinden Sie NIEMALS die Antenne oder Erde mit dem Strom-Netz!

Vergessen Sie nicht den Satz der damaligen Detektor-Bauer: Die Antenne ist der beste Hochfrequenz-Verstaerker!

 

Lange Antennen nehmen aber auch leichter statische Aufladungen (z.b. durch nahende Gewitter) an, insbesondere wenn sie kapazitiv gekoppelt werden. Dadurch können Impulse sogar Dioden zerstören oder bei Gleichrichterkrsitallen an der Kontaktspitze zu Aussetzern führen.

 

Mehr zu Antennenlängen in Verbindung von Serienschwingkreisen und Parallelschwingkreisen hier.


Welche Antennen-Kopplung ist die beste?


Je fester die Antenne an den Schwingkreis gekoppelt wird, um so

  • lauter wird der Empfang

  • kleiner wird der Frequenzbereich

  • geringer wird die Selektion

Dabei ist es eigentlich egal, ob die Kopplung direkt (galvanisch), kapazitiv oder induktiv erfolgt. Es gibt viele Schaltungen fuer Antennen-Ankopplungen. Wenn Sie einen selektiven Empfaenger haben wollen, koppeln Sie lose. Wollen Sie den Ortssender laut empfangen, koppeln Sie fest. Sie können auch einen Detektor bauen, der beide Möglichkeiten schaltbar bietet.

 

Ist der naechste Rundfunk-Sender weit enfernt, sollten Sie am Tag eine lange Antenne und eine feste Kopplung waehlen. Bei Nacht muessen Sie die Kopplung loser machen, weil Sie sonst die Sender nicht mehr trennen können.

 

Ich kopple die Antenne mit einem luftisolierten Drehko an das "heisse" Ende des Schwingkreises an. Dabei achte ich darauf, dass die eingestellte Kapazitaet möglichst klein ist (ca 20-100 pF).


Welche "Erde" ist am besten?


Der Detektor-Empfänger braucht eine "Antenne" und "Erde". Normalerweise wird der Erde-Anschluss mit der Wasserleitung oder der Zentralheizung leitend verbunden. Diese Verbindung muss einen guten Kontakt haben. Wenn Sie keinen Wasser-Hahn oder keine Zentral-Heizung in der Naehe haben, koennen Sie auch einen weiteren isolierten Draht dicht an der Wand oder am Fussboden verlegen. Dieser "Erde"-Draht muss von der Antennne möglichst weit weg verlegt werden. Er kann maximal so lang wie die Antenne sein.

Verwenden Sie NIE den Null-Leiter Ihrer Stromleitung. Gefahr! Stromschlag droht!


Rahmen-Antenne


Sie können keine Antenne in Ihrer Wohnung verlegen oder Sie haben keine Möglichkeit eine gute "Erde" anzuschliessen? Dann bauen Sie einen Rahmen-Antennen- Detektor oder eine Rahmen-Antenne fuer Ihren Empfaenger.

 

Rahmenantenne: Sie brauchen 3 Windungen mit 2*2 Meter Kantenlaenge oder bei Platzproblemen 6 Windungen mit 1*1 Meter Draht. Die 24 Meter Draht können Sie an geeigneter Stelle in der Wohnung montieren. Halten Sie von den Waenden und Fussboden einen Abstand von 30cm ein. Diese Rahmen-Antenne wird mit Antenne (am besten uber einen 82pF Kondensator) und "Erde" des Detektors verbunden. Bedenken Sie bitte, dass die Rahmen-Antenne eine Richtwirkung hat. Sie können auch einen speziellen Rahmen-Antennen-Detektor bauen.


Aluminium-Folien-Antenne


Sie haben nicht die Möglichkeit eine Aussenantenne zu installieren? Sie haben nur Platz fuer eine 3 Meter lange Antenne? Dann kann Ihnen die Alumimium-Folien-Antenne helfen. Sie besorgen sich Haushalts-Aluminium-Folie mit einer Breite von ca. 30 cm. Schneiden Sie eine Laenge von 3 Meter ab. Haengen Sie vorsichtig die "Antenne" möglichst frei im Zimmer auf (die Folie möglichst glatt haengen) und knuellen das eine Ende so zusammen, dass eine Krokodil-Klemme zupacken kann. Mit der Antennenbuchse verbinden, Erde an den Detektor-Empfaenger anschliessen. Fertig ist die Aluminim-Folien-Antenne. Diese Antenne ist deutlich leistungsstaerker als ein einfacher Draht gleicher Laenge!!! Eventuell ueber einen 82pf Kondensator ankoppeln.


Ferrit-Spule als Schwingkreis-Spule und Antenne.

ferrite.gifWenn Ihr Ortssender nicht weit entfernt ist (bei 25-200 kW-Sendern bis zu einer Entfernung von 25 Km), können Sie einen Detektor-Empfäenger bauen, der ohne Draht-Antenne oder Erde auskommt.

 

Wickeln Sie die Schwingkreis-Spule auf einen Papp-Rohr (ca 10 cm lang, Durchmesser 6 cm). Verwenden Sie HF-Litze . Ca. 25 Windungen fuer einen Drehkondensator von 330-500 pF. Sie brauchen 20-26 Ferrit-Antennenstäbe!!!

 

Jeder Stab sollte ca. 1 cm Durchmesser haben, bei einer Laenge von ca 15 cm. Die Stäbe sollten nicht direkt aufeinander liegen, vielleicht einige Lagen Papier dazwischen. Diese Stübe plazieren Sie innerhalb der Spule.

 

Beachten Sie, dass dieser Empfünger eine Richtwirkung hat, in Abhüngigkeit von der Position des Ferritstabes.

 

Kristallhörer: Wenn Sie einen Kristallhörer verwenden wollen: Mehr Information zur Verwendung von Kristallhörern und der Notwendigkeit des Parallelwiderstandes hier .

Empfangsbericht. Berlin, Deutschland:

Am Tag
Rundfunkstation
QRG
Entfernung
Sendeleistung
SFB
567 kHz
9 Km
2.5 kW
Deutschlandradio Berlin
990 kHz
15 Km
100 kW
R.Moskau (Relais)
603 kHz
20 Km
5 kW
MegaRadio
693 kHz
25 Km
200 kW
In der Nacht zusützlich
SR-S4. Nitra. Slowakei
1097 Khz
577 Km
1500 kW
DR2, Kalundburg. Daenemark
1062 kHz
382 Km
250 kW

Antennenankopplung über 52 Ohm Koaxial-Kabel

 
(online seit dem 13.11.2006)

Üblicherweise wird die Antenne an den Detektorapparat relativ hochohmig angekoppelt. So können nur Drahtantennen und Rahmenantennen verwendet werden, die direkt und möglichst gut gegen Dämpfung geschützt an die Antenenbuchse angeschlossen werden müssen. Das gilt sinngemäss auch für die Erde.

 

Befindet sich der Bastel-Arbeitsplatz nicht idealerweise am Fenster, sodass die Antenne nicht gut Hochfrequenz aufnehmen kann oder ist der Erdanschluss zu weit entfernt, wird leistungsstarker Detektorempfang problematisch. Es ist wenig sinnvoll, eine Drahtantenne von draussen durch die halbe Wohnung oder in den Bastelkeller zu ziehen. Die Dämpfung wäre recht gross und hausinterne Funkstörungen (FAX, Computer, Fernseher) würden den Empfang verschlechtern.

 

Hier kann die Ankopplung über ein abgeschirmtes Hochfrequenz-Koaxialkabel (z.B. RG58) erfolgen. Dieses Kabel leitet die Antennenenergie recht verlustfrei und abgeschirmt gegen hausinterne Störungen vom Fenster oder von draussen zum Bastelplatz.

 

Die Koaxial-Leitung wird am Gerät über eine Koppel-Spule (wenn es geht, ohne leitende Verbindung zur Detektorapparat-Erde) auf dessen Eingangsspule gekoppelt. Auf der Antennenseite wird diese über einen Balun-Ringkern-Transformator (sogenannter Magnetic Balun) auf das Koaxialkabel gekoppelt. Dabei wird die Antenne impedanzmässig auf die 52 Ohm des Kabels transformiert. Versuche können gemacht werden, ob hinter dem Balun die Erde angekoppelt wird oder am Empfänger oder ganz wegelassen wird. Versuch macht hier klug. Die Antenne kann je nach Magnetmaterial des Baluns für LW, MW und KW genutzt werden.

 

Antennen von ca. 7,5 Meter bis ca. 30 Meter können gut angepasst werden. Das Koaxialkabel darf durchaus 30 Meter Länge haben.

 

Aufbau eines Baluns für die Rundfunkbänder (LW, MW, KW):
Skizze des Balun-Trafos. Auf einen geeigneten Ferrit-Ring (z.B. Amidon FT50-72) werden 9 Windungen einer verdrillten 3-Aderleitung aus Kupferlackdraht mit ca. 0,25 - 0,3 mm Durchmesser gewickelt. Die verdrillten Einzeldrähte erhalten an den Enden Markierungen 1a und 1b, 2a und 2b, 3a und 3b. Verbinden sie diese Enden, wie der Skizze zu entnehmen ist.

 

Nachtrag: Denken Sie daran, das der Ferrit-Ring auch tatsächlich für LW, MW,KW geeignet ist, z.B. Amidon FT50-72, denn sonst werden Teile des Frequenzbandes NICHT gut übertragen. Der FT50-72 ist gut geeignet für 0,5 bis 30 MHz, bedingt auf für 0,1 bis 0,5 MHz. Will man sicherer auch den Bereich Langwelle (150-320 kHz erfassen, ist vielleicht die Variante Amidon FT50-75 zu wählen, die geht aber dann nur bis ca. 15 MHz. Man könnte auch zwei Kerne wickeln: FT50-72 für 0,5 MHz bis 30 MHz (MW-KW) oder / und FT50-75 für 0,2 - 15 MHz (LW, MW , Teile der KW). Auch der FT50-98 oder FT50-99 wäre als Extra-Kern für LW geeignet.

 

Photo des gewickeltes Drahtes. Photo des Balun-Trafos.

Bei Ant schliessen Sie die Antenne an, bei coax wird ein 52-Ohm-Koaxial-Kabel angeschlossen. Am anderen Ende kommt dann die Koppelspule. Diese sollte zur Einkopplung an eine typische 9-cm Spiderwebspule ca 15-20 Windungen haben und kann auch als Spiderweb aufgebaut werden. Bei anderen Detektorspulen sollte die Windungszahl ca 10-15 % der Detektorspule haben. Die beste Windungszahl sollte durch Versuch ermittelt werden. Sowenig wie möglich Windungen verwenden.

 

Nachtrag: Keinesfalls kann das Koaxialkabel direkt an den (die) "normalen Antennneneingang(e) des Detektors angeschlossen werden, denn die Eingänge sind in der Regel hochohmiger, als die nötigen 52 Ohm.

 

 

 

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