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Wie wird ein Schaltbild gelesen?

 

 

 


simple2.gifWer ein altes Radio reparieren und dabei mehr als eine Röhre tauschen will, wird früher oder später die Notwendigkeit erkennen, sich mit den Schaltbildern dieser Geräte vertraut zu machen.

 

Radios sind recht komplexe elektrotechnische und elektronische Geräte. Lange Jahrzehnte gab es einen speziellen handwerklichen Ausbildungsberuf, der teilweise in 3 1/2 Jahren das notwendige Fachwissen zur Reparatur vermittelte. (Radioinstandsetzer, Radiomechaniker, Radio- und Fernsehtechniker, Mechatroniker, Informationstechniker)

 

Diese Informationen hier können natürlich eine solche Ausbildung nicht ersetzen, auch auf die grundsätzliche Vermittlung der Grundkenntnisse der Radiotechnik kann in diesem Beitrag nicht eingegangen werden.

 

Radioschaltbilder stellen den elektrischen Aufbau eines Radios graphisch dar. Schaltbilder können Bestandteil einer Serviceanleitung sein. In Serviceanleitungen kommen Abgleichanleitungen, Skalenseillaufpläne, Tastensatz- oder Wellenschalterbeschaltungen, usw hinzu.

 

Schaltbilder zeigen, wie die einzelnen Bauteile des Radios miteinander verbunden sind. Diese einzelnen Bauteile werden mit ihren elektrisch interessanten Werten bezeichnet, insbesondere den Widerstands-, Kapazitäts-, Induktionswerten. Schaltbilder sollten auch relevante Spannungsangaben an bestimmten Stellen machen. So ist auf dem weiter unten dargestellten Schaltbild links von der VC1-Röhre ein Widerstand (rechteckiges Kästchen) mit 2M Ohm (das bedeutet 2000000 Ohm) und ein Kondensator (zwei Striche nebeneinander) mit 100 pF ( 0,000.000.000.1 Farad) * zu sehen.

 

Schaltbilder zeigen auch die Röhren- und / oder Halbleiterbestückung eines Radios auf und geben u.U. weitere Informationen zu Farben von Trafoanschlussdrähten, usw.

 

An Hand eines einfachen Detektorempfängers soll gezeigt werden, wie die mit Draht verbundenen Bauteile in Beziehung zu dem Schaltbild stehen:

 

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Die Bauteile der Radios haben in den Schaltbildern genormte Symbol-Bezeichnungen. Allerdings gibt es dabei gewisse Varianten, in anderen Ländern können die Symbole anders aussehen. . Schaltbilder repräsentieren nicht den tatsächlichen räumlichen Aufbau des Radios, sondern nur die elektrischen Verbindungen. Während im Schaltbild regelmässig das Hochfrequenzeingangsteil links zu sehen ist und der Zwischenfrequenzverstärker in der Mitte und die Signalgleichrichtung rechts daneben und die Niederfrequenzverstärkung ganz rechts und das Netzteil darunter, kann das im Radio selbst auch so sein. Aber auch eine völlig andere Zusammenstellung und Plazierung der Bauteile ist möglich. Diese Links-rechts-Anordnung ist aber keinesfalls zwangsläufig.


Eine kleine Auswahl von Schaltsymbolen


Weitere Schaltsymbole und Baugruppen-Zusammenfassungen

Die obigen Skizzen zeigt einige Beispiele, wie Bauteile mit Symbole belegt wurden. Die Bauteile werden dann entsprechend der Bestimmungen mit Drähten verbunden.

 

WICHTIG: Im Schaltbild können sich Leitungen auf zwei Arten kreuzen. Ist die Kreuzungsstelle mit einem runden Punkt deutlich verdickt, handelt es sich um eine leitende Verbindungsstelle. Gibt es diese Verdickung nicht, laufen die Drähte voneinander isoliert aneinander vorbei.

Auf dem folgenden Schaltbild ist das gut zu erkennen: An der Anode der VC1 ist ein Knoten in der Verbindungsleitung zum NF-Transformator und zum 180pF Drehkondensator zu sehen. Hier ist also die Leitungskreuzung direkt oberhalb der Röhre eine leitende Verbindung.

 

Mehrfachdrehkondensatoren mit gemeinsamer Achse oder anderer mechanicher Verkopplung werden oft mit einer gestrichelten Linie verbunden. Bauteile, die sich innerhalb einer Baugruppe befinden, werden oft mit einer gestrichelten Linie umrahmt. Vom Benutzer mittels Knöpfe bedienbare Bauteile (Laustärke, Klangblende, Senderabstimmung, Spulen, teilweise auch Wellenschalter) werden oft als Drehpfeil symbolisiert. Serviceeinsteller (Kondensator-, Spulen- und Widerstandstrimmer) mit einem Querstrich am Drehelement.

 

Nun zum ersten Schaltbild. Wir nehmen als Beispiel das Schaltbild vom Volksempfänger VE301GW:


Schaltbild Volksempfänger VE301GW
Hochfrequenzspulen werden mit Rundwendel, Niederfrequenzspulen mit Zickzackwendel dargestellt.

 

Was ist auf dem obigen Schaltbild zu sehen? Links oben ist das Antennensymbol (der grosse Pfeil nach oben). Darunter die angeschlossene Erde. Die Antenne führt über 7 Antennenbuchsen zur Spule S1 und S2 (Spulen werden zumeist als Wendellinie dargestellt) S1 und S2 sind die Antennenkoppelspulen des Radios. Das Hochfrequenzsignal gelangt induktiv zu den beiden Schwingkreisspulen S3 und S4 ohne direkte Drahtverbindung (quasi durch die Luft). Von dieser Spulenkomination S3 und S4 gelangt das Signal über weitere Bauteile (Widerstand 2MOhm und 100pF) an das Steuergitter der Röhre VC1 (Röhrensymbol Kreis). Das verstärkte Signal wird niederfrequenzmässig über den NF-Transformator mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:4 zur Lautsprecher-Verstärkerstufe geleitet. In dieser VL1 erfolgt die Leistungsverstärkung. Eine Leitung von der Röhre führt nach rechts weiter zum Lautsprecher und von dort runter zur Stromversorgung. Von der Audion-Röhre VC1 wird über den Drehkondensator 180 pF das Hochfrequenzsignal zur Spulenkombination S5 und S6 rückgekoppelt. Die Spule S3 und S5 sind für Mittelwelle, S3 / S4 und S5 / S6 für Langwelle.

 

Die Stromversorgung erzeugt aus der Stromnetzspannung (diese Doppelleitung kommt unten von rechts) die notwendige Spannung zur Röhrenheizung und darüber hinaus die Anodenspannung für die Röhren VC1 und VL1. Die Röhre VY1 richtet im Fall einer angeschlossenen Wechselnetzspannung diese gleich und bildet die notwendige Anodengleichspannung. Das Gerät ist ein Allstromempfänger, der am damals noch nicht unüblichen Gleichstromnetz oder am Wechselstromnetz betrieben werden konnte

 

Dieses Radio ist ein Audion-Einkreisempfänger mit Rückkopplung. Audion beschreibt eine besondere Art der Hochfrequenzgleichrichtung. Einkreisempfänger bedeutet, die Empfangsspannung des Senders wird nur mit einem Schwingkreis aus dem Wellensalat herausgefischt. Rückkopplung bedeutet, dass die Audionstufe nicht nur die gleichgerichtete Niederfrequenz verstärkt, sondern auch das Hochfrequenzsignal entdämpft - also quasi mitverstärkt. Die Selektion und Empfangsleistung steigt deutlich gegenüber einem reinen Detektorempfänger.

 

In dem Schaltbild wird mit dem Drehkondensator 500pF das Sendersignal abgestimmt und mit dem Drehkondensator 180pF das Signal rückgekoppelt und verstärkt. Mit den Schaltern S1 und S2 wird der Wellenbereich Mittelwelle und Langwelle umgeschaltet.

 

Mit dem Drehschalter rechts neben der VY1 und darunter mit dem Einzelschalter wird die Stromnetzspannung eingestellt.

 

Die Sicherung sorgt bei Fehlern oder Kurzschlüssen für eine Begrenzung des Schadens.

 

Die Netzdrossel und die benachbarten Kondensatoren 4 uF sieben und glätten im Fall einer angeschlossenen Netzwechselspannung die noch pulsierenden Spannung hinter der Gleichrichterröhre VY1

Was nützt mir nun ein Schaltbild? Nehmen wir an, wir hätten das Radio auf dem Tisch und stellen fest, dass beide Leitungen der 4 uF - Kondensatoren fehlen (hat jemand bei einer Reparatur rausgelötet). Womit müssen die verbunden werden? Auf jeden Fall muss jeweils einer der beiden Kondensatoren mit der Netzdrossel verbunden sein. So kann man sich an die neu zu verlegenden beiden Leitungen herantasten.

 

Eine Schwierigkeit sei bei dem Beispielschaltbild nicht verschwiegen. Es fehlen die Angaben zur Beschaltung der Röhren. Welcher Anschluss ist die Leitung der Katode der VC1? Leider fehlen in vielen Schaltbildern diese Angaben und man muss sich selber aus einem Röhrendatenbuch diese Informationen zusammentragen. Wenn wir also die Anodenspannung der VC1 messen wollen, ist ein Blick in ein solches Datenbuch notwendig:


Sockelanschluss der VC1

Der Blick auf die VC1 von unten zum Sockel. Jetzt erkennen wir, das z.B. die Katode "k" ist rechts neben dem rechten Heizfadenanschluss "f" zu finden. Das Gitter "g" der Röhre ist über eine kleine Kappe oben an der Röhre herausgeführt. DieRöhre passt übrigens nur in einer bestimmten Lage zur Fassung in diese hinein. "m" ist die Abschirmung der Röhre.

 

Wer sich mit der Reparatur von Röhren befassen will, sollte sich als erstes ein solches antiquarisches Röhren-Vademecum besorgen. Ein gutes Beispiel hierfür ist vom Franzis-Verlag die "Röhrentaschentabelle", Autor Jürgen Schwandt, ISBN 3-7723-5454-8.

 

Ein weiteres Schaltbild:


Ein alter Negadyne-Empfänger

Zu den Schaltbildsymbolen: Die Schwingkreisspule (50 od. 75 Windungen) ist nicht als Wellenlinie, sondern als Zickzacklinie dargestellt. Leitungskreuzungen ohne elektrische Verbindung werden mit einem kleinen Bogen gezeigt. Die Widerstände in diesem Schaltbild sind nicht als kleine rechteckige Kästchen ausgebildet, sondern als Rechteck-Zick-Zack-Linie.

 

Links kommt das Antennensignal über den Drehkondensator 500 cm (eine alte Masseinheit für die Kapazität) in den Serienschwingkreis.

 

Das Signal wird über den Kondensator 300cm auf das eine Gitter der ersten (linken) Röhre (im Kreissymbol) und nochmals direkt auf das zweite Gitter gekoppelt. Von der Anode dieser Röhre geht das gleichgerichtete Hochfrequenzsignal über den Anpasstransformator Tr. zum Steuergitter der zweiten (rechten) Niederfrequenzverstärkerröhre, die wiederum dieses Signal zum Kopfhörer (Tel.) leitet. Das Radio ist ein Audion-Einkreiser mit einer speziellen Rückkopplungsschaltung und wird von der Heizbatterie "-H" und "+H" (oder dem Heizakkumulator) und einer Anodenspannungsbatterie "-A" und "+A" versorgt. Zwei Einstellwiderstände können die Heizfadenspannung an die nachlassende Versorgungsspannung der Batterie (des Akkus) anpassen. Die beiden Heizfäden liegen parallel an der der Heizbatterie oder dem Heizakku.

Ein weiteres Schaltbild:


Im Schaltbild ist bei der EF11 die Angabe "Rückkopplung" falsch, er handelt sich hier um die Einstellbarkeit der Hochfrequenz-Verstärkung.


Die tatsächliche Rückkopplung erfolgt bei der EF12 (Von der Anode über die Spulen zum 180pF-Drehkondensator).
Die beiden Rotoren der Drehkondensatoren müssten eigentlich mit einer gestrichelten Linie verbunden sein, da sie auf einer gemeinsamen Drehachse sitzen.


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Hier wird ein Zweikreis-Audion-Rückkopplungsempfänger mit den Röhren EF11 , EF 12, EL11 und AZ11 gezeigt. Ein schaltbarer Sperrkereis für MW und Langwelle kann störende Ortssender dämpfen. Das Gerät ist für Wechselstrom (220 Volt) ausgelegt und empfängt Kurzwelle, Mittelwelle und Langwelle. Es kann auch Schallplatten abspielen. Das Schaltbild zeigt einen Messvorgang an einem vermutet defekten Widerstand 15 Kohm. Die Analyse dieses Fehlers ist hier nachzulesen. Ein permanentdynamischer niederohmiger Lautsprecher wandelt das Signal.

 

Ein Beispiel für ein gutes Schaltbild: Die Tastensatz-Beschaltung ist klar interpretierbar (da gibt es schlimme andere Beispiele, die auch für einen erfahrenen Fachmann kaum deutbar sind). Wichtige Spannungsangaben sind vorhanden, die Röhrenbeschaltung ebenfalls. Allerdings fehlen leider die Daten der beiden Schwingkreisdrehkondensatoren.

 

Schaltungseinzelheiten:
Das Hochfrequenzsignal kommt links oben von der Antenne über den Sperrkreis weiter über die Antennenspule (induktiv) und dem folgenden ersten mit Drehkondensator abstimmbaren Schwingkreis auf das Steuergitter der Hochfrequenzverstärkerstufenröhre EF11. In der Kathodenleitung dieser Röhre kann mit dem 20 k Ohm Potentiometer (Einstellwiderstand) die Hochfrequenzverstärkung eingestellt werden. Von der Anode der EF11 wird das verstärkte HF-Signal induktiv auf den zweiten mit Drehkondensator abgestimmten Schwingkreis dem Steuergitter der Audionröhre EF12 zugeleitet.Von der Anode dieser Röhre führt der Rückkopplungszweig über die drei Spulen zum Rückkopplungsdrehkondensator. Ausserdem geht es von der Anode zum Steuergiter der Niederfrequenzverstärkerröhre EL11. Diese gibt das Signal über den Lautsprecheranpasstransformator an den Lautsprecher weiter.

 

An das Steuergitter der Audionröhre wird in Stellung "Q" (Plattenspieler) ein Niederfrequenzsignal angekoppelt. Hier offenbart sich ein gewisser Mangel der Schaltung. Ist ein starker Sender eingestellt und wird "Q" eingeschaltet, ist dieser Sender während der Plattenabspielung mitzuhören. Man muss also die Antenne während des Plattenempfanges herausziehen!!!

 

Das Netzteil ist aussschliesslich für 220 Volt Wechselstrom (Wechselspannung) ausgelegt. Ein einpoliger Netzschalter. Sicherung 0,6 Ampere. Der Netztransformator erzeugt 6,3 Volt, 4 Volt, 2 * 250 Volt. Die Zweiweggleichrichterröhre erzeugt die pulsierende Anodengleichspannung, die wiederum vom Ladeelko über die Siebdrossel und den Siebelko geglättet wird. Der Heizfaden der AZ11-Röhre wird von der 4 Volt-Wicklung des Trafos versorgt, die 6,3 Volt Skalenbirne und die Röhren EF11, EF12 und EL11 von der 6,3 Volt-Wicklung. Die Anodengegentaktwicklung erlaubt die Zweiweggleichrichtung, die eine gute Brummsiebung ermöglicht.

 

Ein weiteres Schaltbild:


Die drei Rotoren der Drehkondensatoren müssten eigentlich mit einer gestrichelten Linie verbunden sein, da sie auf einer gemeinsamen Drehachse sitzen.
(Dieses Schaltbild ist auch Grundlage für die weiter unten folgenden Wissenstandsfragen)

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Das obige Schaltbild zeigt einen Superhet-Empfänger mit den Röhren ECH11, EBF11, EM11, EF11, EL11, AZ11. Es ist ein Wechselstromgerät für mehrere Wellenbereiche und Plattenspieler. Das "Magische Auge" EM11 dient als Abstimmanzeigeröhre.

 

Das Schaltbild hilft wenig bei der Erkennung der Wellenschalterstellungen. Es verschweigt auch die Wellenbereiche. Der Betrachter muss sich selbst helfen. Weiter unten stelle ich einige Fragen, um Schaltungsdetails zu erkennen. Die Antworten befinden sich auf einer Extraseite.

 

HF-Teil, Mischung, Oszillator, Zwischenfrequenz: Die ECH11 hat einen Mischer- und einen Oszillatorteil. Das HF-Signal kommt links oben von der Antenne über Doppel-Eingangsschwingkreise zum Steuergitter des Mischteils dieser Röhre. Das Gerät hat als Besonderheit einen 3-Fachdrehkondensator. Von der Anode des Mischteils geht das Zwischenfrequenzsignal über das erste ZF-Filter zum Steuergitter der ZF-Röhre EBF11. Das Triodenteil der ECH11 dient als Oszillator zur Bildung der Zwischenfrequenz, deren Frequenz nicht angegeben ist.

 

Demodulation, Regelspannung, Steuersignal für die Abstimmanzeigeröhre: Von der Anode des Penthodenteils der EBF11 wird das ZF-Signal dem letzten ZF-Schwingkreis zugeführt und dann an der rechten Diode (Diode 1) der EBF11 gleichgerichtet. An der linken Diode (Diode 2) wird die Regelspannung für die ZF-Röhre (Gitter1) der EBF11 und für das Steuergitter des Mischteils der ECH11 gewonnen. Diese Regelspannung wird aber komplex aus einer zugeführten Spannung aus dem Netzteil (1,7 Volt und dem feldstärkeabhängigen Teil von Diode 2 gebildet. Die Abstimmanzeige erhält das Steuersignal über einen 100 k Ohm-Widerstand und einem 1,5 M Ohm-Widerstand von Diode D1.

 

Niederfrequenzverstärkung: Von Diode 1 wird das NF-Signal über das Lautstärkepotentiometer dem Steuergitter der NF-Vorverstärkerröhre EF11 zugeleitet. Das verstärkte Signal gelangt von der Anode dieser Röhre zum Steuergitter der Lautsprecherröhre EL11. Von der Anode wird das Leistungssignal über den Anpasstransformator zum Lautsprecher geführt. Zwischen der Anode der NF-Vorstufenröhre und dem Steuergitter der Endstufenröhre befindet sich die schaltbare Klangblende des Gerätes. Zwischen der Anode der EF11 und der Anode der EL11 ist eine frequenzabhängige Gegenkopplung zur Klirrfaktorreduzierung angebracht. Das Gerät verfügt über einen hochohmigen Zweitlautsprecheranschluss.

 

Netzteil: Das Gerät ist für fünf schaltbare Wechselspannungen ausgelegt. Es wird statt einer Schmelzsicherung eine Termosicherung verwendet. Es werden 3 Sekunderspannungen erzeugt: 6,3Volt für die Skalenbirnen und die Heizfäden der ECH11, die EBF11, die EF11 und die EL11. Eine Zusatzwicklung für die AZ11. Eine Gegentaktwicklung für 2 * 250 Volt. Die Doppeldiode AZ11 erzeugt die noch pulsierende 100 Hz Gleichspannung, die mit dem Ladekondensator 12 uF und die Siebdrossel und dem Siebkondensator zu einer guten Gleichspannung gewandelt wird. In der Minusleitung des Netzteils befindet sich ein Widerstandsnetzwerk, dass eine Regelungseinsatzverzögerung bewirkt.

 

Die Beantwortung der folgenden Wissenstandsfragen soll Ihnen die Möglichkeit geben, zu testen, wieweit Ihre Kenntnisse zur der Technik alter Radios (noch?) reichen. Nicht alle Fragen können durch Informationen meiner Web-Site erarbeitet werden, aber doch die meisten. Können Sie alle Fragen beantworten, sind Sie sicher ein Fachmann und defekte Radios müssen "Angst" vor Ihnen haben.

 

Zu den Wissenstandsfragen

 

 

Ein weiteres Schaltbild mit UKW-Teil:

 

 

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Der Loewe Opta Luna 55 ist ein LW, MW, UKW, TA (Tonabnehmer) Radio. Die ECH81 ist für die AM-Bereiche Mischstufe und Oszillator. Für UKW erste ZF-Stufe. Das UKW-Teil ist mit der ECC81 als HF-Vorstufe und Misch/Oszillatorstufe aufgebaut.

 

AM-Teil: Das Antennensignal wird den unabgestimmten Antennenkreis S2, S3 gekoppelt. C13 und S1 (Serienschwingkreis unterdrückt die Zwischenfrequenz von 473 KHz. Der abgestimmte Mischstufenkreis S4, S5 am Steuergitter der ECH81 führt der Mischstufe (Hexode = H) das Eingangssignal zu. Das Triodensystem C (rechts) erzeugt abgestimmt das Oszillatorsignal und koppelt es vom Gitter 1 zum zweiten Steuergitter multiplikativ in die Mischröhre. Von der Anode der Mischröhre wird das gebildete Zwischenfrequenzsignal über die Schwingkreise S9, S11 dem Steuergitter der ersten ZF-Stufe mit EF41 zugeleitet und in dieser verstärkt. Von dem Anoden-ZF-Kreis S13 koppelt das Signal auf den Schwingkreis S15 der Demodulatorstufe mit einer der 3 Dioden (rechteste Diode) der EABC80. Das Signal wird gleichgerichtet und über die Lautstärkeregelung (Poti R34) der NF-Vorverstärkerstufe der EABC80 (Triode = C) angeboten. Von der AM-Demodulatordiode wird die entstehende Richtspannung (über R21) als Regelspannung dem Steuergittern der ECH81, der EF41 und als Feldstärkeanzeige dem "Magischen Auge" EM4 zugeführt. Die Senderabstimmung erfolgt mit C15 /C15a. Trimmer C49 /C48 dienen der Gleichlaufeinstellung.

 

FM-Teil: Das UKW-Teil befindet sich innerhalb der gestrichelten Linie. Das HF-Signal von der externen oder eingebauten steckbaren Dipol- oder gemeinsamen LW/MW/UKW-Behelfsantenne wird über ein unabgestimmtes UKW-Bandfilter der Kathode dem linken ECC81-Triodensystem angeboten. Diese HF-Vorstufe arbeitet in Gitterbasisschaltung. Es folgt die abgestimmte Misch/Oszillatorstufe der rechten ECC81. Die so entstehende Zwischenfrequenz von 10,7 MHz verlässt das UKW-Teil und gelangt an das Steuergitter des Hexodensystems der nunmehr als ZF-Verstärker geschalteten ECH81. Nach der Verstärkung in der ersten UKW-ZF-Stufe wird das Signal über die Schwingkreise S8, S10 dem Steuergitter der zweiten ZF-Stufe mit EF41 zugeleitet. Von der Anode dieser Röhre gelangt das nochmals verstärkte Signal über den Schwingkreis S12 über die Phasenkoppelspules S14 zum Demodulatorkreis S15. Hier arbeiten die beiden linken Dioden der EABC80 als Verhältnis- oder Radiodetektor. Von der Spule S14 über den Deemphasis C24, R18, C25 wird das NF-Signal über den Potentiometer R34 dem Triodensteuergitter der NF-Vorstufenröhre EABC80 angeboten. Die sich im Ratiodetektor bildende Richtspannung an C52 steuert die Abstimmanzeigeröhre EM4. Eine UKW-Regelspannung für die ZF und Vorstufe wird nicht generiert. Die ZF-Stufe soll möglichst in die AM-Begrenzung gebracht werden.

 

NF-Teil: Die demodulierten Signale werden in der Trode der EABC80 vorverstärkt dem Steuergitter der Endstufenröhre EL41 zugeleitet und letztmalig verstärkt und über den Lautsprechertransformator dem Hauptlautsprecher und dem elektrostatischen Hochtöner (C56, R40) bereitgestellt. Die Gittervorspannung der EABC80 entsteht am hochohmigen Widerstand R33. Die Klangblende R38 kann die Höhen dämpfen. Die frequenzabhängige Gegenkopplung zur Klirrfaktorverbesserung gelangt über R9 und der Frequenzaufbereitung zum Lautstärkepoti (gehörhörrichtige Lautstärkeregelung-Anzapfung). Die Gittervorspannungserzeugung der EL41 wird am Kathodenwiderstand realisiert.

 

Netzteil: Ein Standard-Aufbau mit einem Selenbrückengleichrichter (Graetzgleichrichter) und üblicher Siebkette. Der Heizkreis ist teilweise HF-verdrosselt und HF-abgeblockt um Störeinstrahlungen über die Röhrenheizung zu vermeiden.

* = Danke für die Korrektur an "Roehrenfreak"

 

 

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Online seit 19.03.2008. Letzte Bearbeitung: 15.02.2013

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