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29.10.1923 - 01.01.2016: Über 92 Jahre Rundfunk in Deutschland

voxvox.jpgAm 29.10.1923 begann in Deutschland der offizielle Rundfunk. Um 20:00 Uhr meldete sich aus dem Berliner Voxhaus die Stimme des Ansagers "'Achtung! Achtung! Hier Sendestelle Berlin - Vox-Haus - Welle 400.". Über die Bedeutung der Rundfunkeinführung 1923 können Sie am Ende dieser Seite Genaueres erfahren.

 

Am 29.10.2013 konnten wir also 90 Jahre Radio feiern. Wumpus Welt der Radios "feierte"  das Jubiläum mit einem Preisrätsel. ... mehr

 

Das Deutsche Rundfunkarchiv in Potsdam führte am 29.10.2013 um 15:00 Uhr für eine Stunde die Empfangsdemonstration "Radioempfang - wie 1923" dem Publikum vor. Wie damals wurde mit einem Detektorempfänger Radio mit Kopfhörer und Langdrahtantenne vorgeführt. ...mehr

 

Auch der Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur und NDR-Info brachte in den Tagen um den 29.10.2013 Rundfunkbeiträge zum Thema.

 

loewe-oe333-1.jpgZuvor hat es schon inoffizielle Rundfunksendungen gegeben. Es "streiten" sich ein wenig Eberswalde und Königs Wusterhausen über das Prädikat "erster Rundfunk-Ort" gewesen zu sein.

 

Sicher ist jedenfalls, dass es vom Voxhaus mit dem regulären Rundfunkbetrieb losging. Schon in den zwanziger Jahren erlebte der Rundfunk seine erste Blütezeit, allerdings war das damals sehr moderne Medium noch etwas für eher betuchte Menschen.

 

Die Rundfunkgeräte waren teuer, viele Menschen konnten sich ein Radio nicht leisten. Allerdings gelang es vielen Bastlern und Radioamateuren sich mittels Selbstbaugeräten Zugang zur weiten Welt im Äther zu verschaffen.

 

Erst in den dreißiger Jahren mit den Propaganda-Radios "Volksempfänger" und "Deutscher Kleinempfänger (DKE, auch im Volksmund "Goebbelsschnauze" genannt) wurde Radio zu einem Massenprodukt.

 

send-sfb5.jpgNach dem 2. Weltkrieg und der Einführung des UKW-Rundfunks, später des UKW-Stereorundfunks, erlebte Radio seine zweite Blütezeit. Eigentlich in jedem Haushalt gab es nun zumindest ein Radio. Ab Anfang der sechsziger Jahre verdrängte das Fernsehen mit seinen bewegten Bildern das Radio auf den zweiten Platz.

 

ifa2012-15.jpgHeute ist die Zukunft des Radios in seiner klassischen (LW, MW, KW, UKW) Form. aber auch modern mit DAB+ eher unsicher. Die technischen Entwicklungen überholen sich fast: DAB, DAB+, DRM, Internet-Radio, Podcasts, Streaming über UMTS-Handys sind Stichworte für diese neuen Techniken.

 

Sollte sich nur Internet-Radio und UMTS-Handy-Radio durchsetzen, gäbe es keinen barrierefreien und kostenlosen Zugang zum Radio mehr.

 

Diese WEB-Seite "Wumpus Welt der Radios" beschäftigt sich an vielen Stellen mit dem Thema "Radio, Geschichte, Gegenwart und Zukunft" und der damit verknüpften Technik:

 

 

 

Hier eine Zusammenstellung dieser Themen:

 

 

alphabetisch sortiert

Positiv


Berliner Funkturm

 

Deutsche Funkaustellungen

 

Frühe Sender

 

Gedichte zum Thema Rundfunk

 

Sacrow (Der Beginn des Funks in Deutschland)

 

Sendestellen

 

Voxhaus (Wiege des deutschen Rundfunks)

 

Neutral:


DAB, DAB+, DRM

 

Digitalradio

 

Multimedia

Kritisch:


AM-Sender-Sterben

 

DAB-Fernempfang

 

Internet-Radio

 

Radio-Zukunft

 

Rettet unsere Radios

 

 

 

 

Bilanz und Ausblick

 

Welche Bedeutung hatte die Einführung des Rundfunks 1923?

 

Die Einführung des Rundfunks war im Bereich Medien für die Menschen um 1923 ähnlich bedeutungsvoll wie in den neunziger Jahren die Einführung des Internets für das Massenpublikum. Beides war eine Art Quantensprung und änderte die Welt jeweils grundlegend. Um diese Bedeutung des damals neuen Rundfunk klar zu machen, muss man sich in die Situation der Information und Unterhaltung noch ohne Radio versetzen. Es gab damals ... :

 

  • ... die Zeitungen. Zuindest einmal am Tag kamen sie heraus. In großen Städten gab es sogar Express- und Abendausgaben, die also schon innerhalb weniger Stunden aktuelle Ereignisse berichteten. Das galt aber nicht in kleineren Städten oder gar auf dem Lande. Hier kamen Zeitungen zum Teil nicht einmal täglich heraus.

  • .. die Zeitschriften. Diese Publikationen kamen wöchentlich oder monatlich auf den Markt und boten tiefergehende (aber wenig aktuelle) Informationen und Unterhaltung.

  • ... die Bücher. Intensive Befassung mit Sachthemen und Unterhaltung.


  • .. die Bildungsvorträge. Ebenfalls eher eine Form für größere Orte.

  • ... die Besuche von Oper, Operette, Theater, Kabarett, Kino, Konzert, Tanzveranstaltung, usw. Zumindest für betuchte Menschen eine gute Art der Unterhaltung.


  • ... die Schallplatte. Ohne aus dem Haus gehen zu müssen (wenn man erst einmal die Schallplatte erworben hatte), konnte man eigene "Konzerte" geben.

 

 

Die Einführung des Rundfunks änderte die Situation grundlegend. War das Informationsangebot bisher (vielleicht bis auf die Express- und Abendausgaben der Zeitungen in Städten) eher langsam auf dem Weg zum Publikum, ging das jetzt (zum Anfang noch für wenige Menschen) doch schon recht zügig. So wie die Agentur-Meldungen hereinkamen, wurden sie zeitnah redaktionell bearbeitet und bald mehrmals am Tag über Rundfunk verlesen. Der Informationsunterschied zwischen Stadt und Land wurde geringer und verschwand alsbald völlig.

 

Mehr Menschen konnten an Bildung, Information und Unterhaltung teilhaben. Nach Anschaffung (der zugegeben noch teueren) Radios und Zahlung der Rundfunkgebühr wurden "daheim hinter dem warmen Ofen" Darbietungen aus Oper, Operette, Theater, Konzert, usw  ohne weitere Kosten wahrnehmbar. Die Unterhaltung, Bildung, Information wurde demokratisiert. Einschränken muss man diese Aussage allerdings durch die Geräteanschaffungspreise. Arbeitervereine und Bastler versuchten zunehmend aber auch hier gegenzuhalten.

 

Der Rundfunk entwickelte bald eigene Formen der Unterhaltung, wie z.B. das Hörspiel. Eine Art akustisches Theaterstück. Eine Form, die es zuvor nicht gegeben hatte. Auch die Ton-Reportage in Echtzeit bot ein völlig neues und direktes Erleben von Ereignissen.

 

Durch das plötzlich große Angebot an Unterhaltung wurden dem größeren Publikum auch abseits der Städte neue Komponisten, Musikstücke und Theaterstücke vertraut, Funkvorträge erweiterten den Horizont. Abendliche Langeweile in vielen Familien gehörte bald der Vergangenheit an.

 

Allerdings wurde der Rundfunk aber erst über viele Jahre so preiswert, dass die Durchschtittsbürger in Größenordnungen Anteil am Medium bekamen. Der Volksempfänger und später der DKE (Goebbelsschnauze) machten das Radio zum Massenmedium. Allerdings verbunden mit einer Propaganda-Offensive.

 

In den fünfziger Jahren war Radio schon DAS Unterhaltungs- und Informationsmedium, aus meiner Sicht noch vor Presse und Film. Erst in den sechziger Jahren löste langsam das Fernsehen das Radio vom Platz 1.

 

Das Publikum liebte die allgemeine Inhaltsstruktur mit regelmäßigen Tagesprogrammen aus Unterhaltung und Information. Zumeist reichten den Leuten zwei Programme zur Auswahl beim Heimatsender. Allerdings gabe es schon von 1923 an unterschiedliche Ansichten bei den Hörern, was nun ein gutes oder schlechtes Programmangebot wäre, trotzdem wurde viel und gern Radio gehört.

 

 

Welche Bedeutung hat der Rundfunk jetzt?

 

90 Jahre später scheint sich das Publikumsverhalten gewandelt zu haben. Jungen Leuten ist der allgemeine Rundfunk mit einem Tagesprogramm zu unspezifisch. Es wird heute eine gezielte Information oder Unterhaltung exakt zur eigenen Interessenlage und zum genauso exakten Zeitpunkt gewünscht. Das kann Radio so nicht bieten. Ich frage mich (als nicht mehr junger Mensch) aber, ob nicht durch das Fehlen allgemeiner Informationen und Unterhaltung, die eben gerade nicht genau die eigene Interessenwelt bedient, allgemeines und breiter gestreutes Wissen den jungen Lauten verloren geht, verloren gehen muss.

 

Die Rundfunkanstalten, versuchen junge Leute an sich zu binden, aus meiner Sicht wird das aber erfolglos bleiben, weil von den "Jungen" andere Medien bevorzugt werden. Gleichzeitig scheinen mir besagte Rundfunkanstalten die "Alten", wovon es immer mehr gibt, aus dem Fokus zu verlieren. Das sind aber genau die Menschen, die an allgemeinen Tagesprogrammen noch Interesse haben und denen die LW, MW, KW und UKW noch lieb und vertraut waren / sind.

 

Internet-Radio kein Rundfunk mehr?

 

Streaming-Radio ist eine feine Sache, wenn schnelles Internet KOSTENGÜNSTIG und flächendeckend zur Verfügung steht, Rundfunk ist das aber dann im eigentlichen Sinn nicht mehr. Warum? Weil ich Rundfunk nicht nur wörtlich nehme,  also "rund herum funken", sondern jenseits der Technik des Rundfunkens auch den inhaltlichen Begriff sehe. Rundfunken zu Jedermann ohne Restriktionen, wie Flatrates, hohe Kosten, Aufhebung der Anonymität der Hörer, fehlender Flächendeckung -  nur ohne diese Einschränkungen ist Rundfunk für mich Rundfunk.

 

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Der Bereich "Welche Bedeutung hat der Rundfunk jetzt" und "Internet-Radio kein Rundfunk mehr?" ist von mit bewusst etwas spitz formuliert, ist einfach nur eine Anregung, eigene Ansichten zu bilden ...

 

Presse / Interview-Anfragen?

 

11.04.2013 / 18.01.2016

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